Mein Bewerbungsprozess bei VIA war leider durchweg enttäuschend und schlecht organisiert. Nach einer zunächst positiven Rückmeldung von der Senior Talent Acquisition Specialist wurde mir angeboten, Termine für insgesamt drei Gespräche auszuwählen. Diese wurden jedoch auf einen Zeitraum von drei Wochen verteilt. Aus meiner Sicht ist das eine völlig unangemessene Dauer für einen Einstellungsprozess, da man als Bewerber während dieser Zeit andere Jobmöglichkeiten blockiert oder absagt, ohne Gewissheit zu haben, ob es tatsächlich weitergeht.
Vorab wurde ich mit umfangreichen Informationen zum Ablauf und der Unternehmenskultur versorgt, die sehr positiv klangen. Doch die Realität sah anders aus: Die ersten beiden Gespräche mit verschiedenen Teamleitern des Support Operations-Teams waren nach dem gleichen Muster aufgebaut – Vorstellung, Smalltalk, gefolgt von situativen Fragestellungen. Die Gespräche waren zwar freundlich, aber inhaltlich wiederholten sie sich sich stark, so dass man von sich immer wider das Gleiche erzählen musste.
Nach Abschluss der dritten Woche wartete ich bereits gespannt auf das finale Gespräch mit der Support Operations Principal. Dieses wurde jedoch ohne vorherige Ankündigung verschoben, und ich wartete über zehn Minuten vergeblich auf den Anruf. Danach (nicht etwa vorher) kam die Nachricht, dass die Ansprechpartnerin krank sei und das Gespräch nicht stattfinden könne. Ein neuer Termin wurde vereinbart. (Man weiß also nicht, vor einem Talk, dass man krank ist ...man wird erst zum Talk krank?)
Leider wurde die Kommunikation im weiteren Verlauf immer schlechter: Meine E-Mails wurden mehrfach ignoriert, ich musste wiederholt nachhaken, um überhaupt Rückmeldungen zu erhalten. Das letzte Gespräch war dann distanziert, unmotiviert und mit seltsamen Fragen, die mehr darauf abzielten, meine Reaktionen zu testen als meine fachliche Kompetenz zu prüfen.
Nach fast zehn Tagen ohne jegliche Rückmeldung fragte ich nach dem Stand der Dinge und erhielt lediglich Ausflüchte und Entschuldigungen, unter anderem wegen eines Umzugs und Zeitmangels. Schließlich kam die Absage mit dem Hinweis, ich solle mich für andere Stellen auf der Website bewerben. Dieses Vorgehen empfand ich als äußerst respektlos und wenig wertschätzend.
Für ein Unternehmen, das eine wichtige Rolle im öffentlichen Nahverkehr in Deutschland spielt, ist dieser Bewerbungsprozess ein schlechtes Signal. Die lange Wartezeit, mangelhafte Kommunikation und fehlende Empathie spiegeln ein schlechtes Betriebsklima und eine überforderte interne Organisation wider. Insgesamt hat mich diese Erfahrung sehr enttäuscht und meine Meinung über VIA negativ beeinflusst